Über die grüne Tara

Die grüne Tara, weibliche Weisheit

Die grüne Tara verkörpert die weibliche Energie der Intuition, der spontanen Grosszügigkeit, des Erfolges, des klugen Handelns und der tiefen Einsicht. Vertrauen und Hingabe der tibetischen Tara gegenüber sind den Gefühlen westlicher Menschen für Maria sehr ähnlich. Tara ist eine Mutterfigur wie die Madonna im Christentum. Die grüne Tara steht auch in Verbindung zur Erde, auf der wir leben, denn „Tara“ ist der von Indien bis Irland bekannte indo-europäische Name der Urgöttin Erde, verwandt mit der lateinischen Terra Mater, der hebräischen Terah (gallisch Taranis, etruskisch Turan). In alter Zeit wurde die „Mutter Erde“ als grosse Göttin verehrt und als lebendiger Organismus angesehen.

Die Geschwinde Befreierin- sitzt auf einem Lotus, der sich aus den Wassern eines Sees erhebt, so wie Tara den aus Mitgefühl vergossenen Tränen Avalokiteshvaras entsprungen sein soll. Ihre rechte Hand zeigt die Mudra der Gunstgewährung zum Zeichen ihrer Fähigkeit, die Wesen mit allem zu versehen, was sie sich wünschen. Ihre linke Hand an ihrem Herzen zeigt die Mudra der Zufluchtgewährung: Ihr Daumen und ihr Ringfinger berühren einander als Sinnbild der vereinten Übung von Methode und Weisheit, und die drei übrigen Finger sind erhoben, um die drei Juwelen der Zuflucht darzustellen - Buddha, Dharma und Sangha. In jeder Hand hält sie den Stengel einer blauen Utpala-Blume; deren drei Blüten drücken jeweils aus, dass Tara, die Verkörperung des erleuchteten Wirkens, die Mutter der Buddhas von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft ist. Sie sitzt in einer ihr eigenen Haltung, nämlich mit angezogenem linken Bein, um ihre Entsagung gegenüber weltlicher Leidenschaft auszudrücken, und mit ausgestrecktem rechten Bein, um zu zeigen, dass sie allzeit bereit ist, sich zu erheben und denen zu Hilfe zu eilen, die ihrer Unterstützung bedürfen. Mit warmen, mitfühlendem Blick schaut sie auf jedes fühlende Wesen, wie eine Mutter, die ihr einziges Kind betrachtet. Ihre smaragdgrüne Farbe - mit dem Windelement und daher mit Bewegung verbunden - bringt zum Ausdruck, dass Tara das aktive Prinzip des Mitgefühls ist und dazu fähig, alle weltlichen Handlungen, die anderen Nutzen gewähren, zur vollen Entfaltung zu bringen.

In der Legende der Tara heisst es, Frauen können nicht erleuchtet werden. Diese Ansicht hielt sich auch zu einer Zeit, als die indische Prinzessin Yeshe Dawa - Mondengleiche Weisheit lebte. Zunächst erfüllte sie die von der Gesellschaft für Frauen angebotene spirituelle Praxis: "Unterstütze die Mönche, erhalte die Praxis der Lehren!" Da sie eine Prinzessin war, ging das gut und sie war sehr grosszügig. Dann entstand in Yeshe Dawa der Wunsch selbst zu erwachen zum Wohl aller Wesen. Sie studiert die Lehren - mit Erfolg. Alle Menschen in ihrer Nähe waren von ihrer Weisheit beeindruckt. Die Mönche hörten davon. Eine Intelligente Frau, die Einsichten in die Lehren hat? Die Mönche suchten Yeshe Dawa auf und prüften die Einsichten der Prinzessin. Dann sprachen sie ihre tiefe Anerkennung aus. Anerkennung ihrer tiefen Einsicht in Leerheit und Anerkennung der Verwirklichung, der Umsetzung dieser Einsicht. Dann gaben sie ihr ungefragt noch einen Rat: „Wie günstig“ meinten die Mönche. „Deine Einsicht ist so tief, dass du das Geschlecht deiner Widergeburt bestimmen kannst und im nächsten Leben als Mann inkarnieren kannst um dann Erleuchtung erlangen zu können.“

Die Prinzessin Mondengleiche Weisheit sagte: Das werde ich nicht tun. "Es gibt hier keinen Mann, es gibt keine Frau, kein Selbst, keine Person und kein Bewusstsein. Die Bezeichnungen männlich oder weiblich haben keinen wahren Kern, doch sie täuschen die verblendete Welt." Und sie gelobte: "Es gibt viele, die Erleuchtung in einem männlichen Körper erlangen möchten und keine, die in einem weiblichen Körper zum Wohle der fühlenden Wesen wirken möchten. Deshalb werde ich in einem weiblichen Körper zum Wohle der Wesen wirken, bis Samsara leer ist." Yeshe Dawa ging in ihren Palast und wirkte weiter zum Wohl aller Wesen. Sie erreichte vollständige Erleuchtung und wird seitdem als Buddha Arya Tara verehrt. Buddha - Erwachte / Arya- Edle / Tara – Befreierin

Tara wird angerufen für Furchtlosigkeit und Schutz vor jeder Gefahr. Tara steht für Grosszügigkeit und die Erfüllung aller Wünsche. An die Göttin Tara kann eine alle Wünsche richten, weltliche und spirituelle. Tara steht für kluges Handeln. Sie ist die Verkörperung des klugen Handelns aller Buddhas. Tara erscheint immer als weibliches Wesen um alle Wesen zu inspirieren. Als erwachte Frau, als eine, die alle Probleme gelöst und alle Fähigkeiten entfaltet hat, als freie Frau ist sie Inspiration und Vorbild für alle Frauen aller Zeiten.
 

Tara Mantra: OM TARE TUTTARE TURE SOHA

  • OM heiliger kosmischer Urlaut
  • TARE ist die Anrufung von Tara; sie und somit ihre kosmische Energie wird hiermit ins Bewusstsein gebracht
  • TUTTARE steht für das Einwirken der göttlichen Qualitäten und Kräfte auf den Menschen
  • TURE macht diese göttlichen Energien für den Menschen erfahrbar, spürbar
  • SOHA wirkt reinigend und anregend, ordnend und heilend
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